Seit Samstag
bin ich nun endlich in San Jose, an meinem Endziel ;)
Über drei
Wochen haben wir für die Beantragung unseres Visums gebraucht, aber jetzt sind
wir zum Glück fertig und können beginnen uns an unser neues Leben zu gewöhnen.
San Jose ist
ein wunderschöner, verschlafener Ort, der von einer beeindruckenden Bergkulisse
umgeben ist. Wenn man hier Bolivianern erzählt, dass man für ein Jahr in San
Jose leben wird, bekommt man immer zur Antwort, dass es wunderschön sei, aber
sehr ruhig :D Der Himmel ist fast immer strahlend blau und die Sandstraßen
führen schnürdelgrade ins Nichts. Überall stehen Palmen mit Kokosnüssen oder
andere Bäume. Auch die Aldea ist wunderschön, jedes Haus hat einen eigenen
kleinen „Garten“ und überall blühen Blumen. Vor meinem Haus steht z.B. eine
Palme mit Kokosnüssen und ein Mangobaum ;)
Die Aldea
ist hier durch eine Straße in zwei Teile geteilt, den alten und den neuen.
Während Sarahs Casa im alten Teil, im Hauptteil liegt (hier befinden sich auch der Sportplatz,
die Bibliothek, Gästezimmer und die Direktion), ist mein Casa im anderen Teil.
Ich werde
von nun an für ein Jahr im Haus „Priska“ leben, zusammen mit meiner Tia und 10
Kindern, im Alter von 1 ½ bis 15 Jahren. Ich werde dort nicht nur essen und
mithelfen sondern auch schlafen. Ich habe ein kleines Zimmer für mich, wobei
die Kinder immer sehr neugierig sind und gerne auch mal schnell reinhuschen.
Der Vorteil daran, dass ich jetzt mit im Haus schlafe ist, dass ich so noch
mehr ein Teil der Familie sein kann, sie noch besser kennenlerne und
hoffentlich auch die Sprache schneller lerne. Der Nachteil ist, dass ich so
natürlich weniger Privatsphäre habe und es schwieriger ist, sich auch einfach
mal zurückzuziehen. Ich denke jedoch auch das wird sich jedoch mit der Zeit
regeln, wenn ich mich ein wenig an den Tagesablauf und die Gewohnheiten hier
gewohnt habe und meinen eigenen Rhythmus gefunden habe.
Jeden Tag
bringe ich vormittags zusammen mit Sarah die kleineren Kinder zum Kindergarten
und hole sie später wieder ab. Das ist gar nicht so einfach mit 11 kleinen
Kindern, die machen was sie wollen :D
Ansonsten
helfe ich beim Putzen (hier wird dreimal am Tag geputzt!!), Kochen und Spülen und
spiele mit den Kindern. Komplett begeistert sind sie von UNO und wollen es
jeden Tag mindestens viermal spielen. Sie haben jetzt auch endlich kapiert,
dass der Sinn des Spieles ist, als erster keine Karten mehr zu haben und
versuchen nicht möglichst viele Karten zu bekommen. Am Anfang haben sie sich
jedes Mal total gefreut, wenn sie Karten
ziehen durften und ich die ganze Zeit nur „No! No Bien!!“ und habe nur noch den
Kopf geschüttelt :D
Bei den
Hausaufgaben kann ich zur Zeit noch nicht so viel helfen, dazu kann ich die
Sprache einfach noch nicht gut genug. Viel Zeit zum Lernen hatte ich bis jetzt
jedoch noch nicht, ich hoffe das ändert sich bald.
Abends bin
ich meistens auf der Cancha, dem Sportplatz der Aldea, und spiele mit den
Kindern Basketball und Fußball. Dreimal die Woche kommt auch ein Trainer und
Sarah und ich sind danach jedes Mal total fertig ;) Anfang Dezember soll dann
ein Wettkampf zwischen der Aldea in Santa Cruz und San Jose stattfinden, zum
Glück ist bis dahin noch ein bisschen Zeit um unser Können zu verbessern :D
Es ist wahnsinnig heiß hier, vor allem Mittags ist das kaum auszuhalten! Ich würde es am liebsten den zwei Mädchen aus meinem Casa nachmachen und meine Haare einfach abschneiden aber das bringe ich dann doch noch nicht übers Herz.