Donnerstag, 23. April 2015

Ein Stück Heimat

Wiedersehen am Flughafen - Christina (meine Patentante), Miri (Schwester), Ute (Mami)

In den letzten Wochen ist wieder mal viel passiert. Das Wichtigste: Meine Familie ist mich besuchen gekommen!! Am 27. März konnte ich am Flughafen zum ersten Mal nach 7 Monaten meine Eltern, meine kleine Schwester und meine Tante im Arm halten. Nur meine große Schwester konnte leider nicht dabei sein, da sie zurzeit selber im Ausland, in Brasilien ist. Die nächsten zwei Wochen habe ich es einfach nur genossen Zeit mit ihnen verbringen zu können, mit ihnen zu quatschen, Karten zu spielen, zu lachen und dieses wunderbare Land erkunden zu dürfen!
Meine Eltern <3

Meine kleine Schwester <3


Die ersten Tage haben wir bei mir im Projekt verbracht, so dass sie meine derzeitige Heimat - meine Tia, die Kinder, die Aldea - kennenlernen konnten. Es war irgendwie eine bizarre Situation sie plötzlich hier in der Aldea in meinem Haus zu sehen, weil das eigentlich zwei verschiedene Welten waren, die sich plötzlich getroffen haben.
Beim UNO spielen in meinem Casa

Carlitos und Franz liiieben '4 gewinnt'

Pablo und Carlos mit Christina

Danach sind wir weitergereist, quer durch Bolivien, von Sucre nach Potosi, wo wir auch die dort gelegenen Silberminen besucht haben. Diese Minen haben Bolivien früher wahnsinnigen Reichtum beschert, gleichzeitig aber die Menschen dort unglaublich ausgebeutet, die gezwungen waren Tag und Nacht in den Minen unter schlechtesten Bedingungen zu arbeiten. Die Arbeiter leben meist nur 30 – 40 Jahre, da sie dann an der Krankheit Staublunge sterben – nicht ohne Grund wird der Berg, in den die Minen gegraben sind, auch „der Berg, der die Menschen lebendig verschlingt“, genannt. In den Minen arbeiten bis heute auch viele Kinder, vor allem aus Familien in denen der Vater früh gestorben ist und die nun mit für den Lebensunterhalt der Familie sorgen müssen. Unser Führer, der mit uns in die Mine gegangen ist, hat dort früher selbst gearbeitet und kannte deshalb auch viele Arbeiter und konnte viel erzählen. Die Schächte in der Mine waren so eng, dass man nur mit gekrümmten Rücken laufen konnte und es war schwer vorstellbar dass hier manche Arbeiter 20 Stunden ihres Tages verbringen.








wunderschönes Sucre!


Unser erstes Lama!! :D



Weiter ging es danach zum ‚Salar de Uyuni‘. Das ist eine riesige ausgetrocknete Salzwüste – nur weiß, wohin man auch schaut! Wir haben dort eine 3-Tagestour gemacht, mit dem Jeep ging  es los, zuerst direkt über den Salar, danach durch die wunderschönen Landschaften bis hoch auf 5000 m, vorbei an Lagunen, in denen sich Flamingos getummelt haben, durch Wüstenlandschaften, bizarre Steinformationen, an schneebedeckten Bergen, Geysiren und Vulkanen vorbei. Währenddessen sind uns auch immer wieder Lamas über den Weg gelaufen J

Auf dem Salar :)

Alles ist aus Salz!!


Flamingos

Arbol de Piedra - Steinbaum

atemberaubend schöne Lagunen


Lamas



Hoch überm Canyon

Danach ging es weiter nach La Paz und von dort aus in das Städtchen Copacabana, das am Titicacasee liegt. Das Wetter hat dort leider nicht so ganz mitgespielt, aber dafür haben wir es genossen ein wenig entspannen zu können und an diesem wunderschönen Flecken Erde die Seele baumeln zu lassen.
Die Reise ging dann leider auch schon ihrem Ende zu, es ging noch einmal kurz nach La Paz und dann zurück nach Santa Cruz, von wo es dann am 12. April für meine Familie schon wieder nach Hause ging.


Nach den über zwei Wochen Urlaub mit meiner Familie war ich innerlich hin und hergerissen, zum einen wollte ich mich noch nicht von ihnen verabschieden und wäre am liebsten mit ins Flugzeug gestiegen, auf der anderen Seite habe ich aber während der Reise meine Kids in der Aldea wahnsinnig vermisst und wollte unbedingt wieder zurück!

Der Einstieg in den Alltag ist mir dann zum Glück jedoch leichter gefallen als gedacht, da ich gleich bei meiner Ankunft von den Kindern meines Hauses freudestrahlend umarmt wurde und am selben Tag in der Aldea noch ein Fest stattfand. An diesem Sonntag war nämlich „Dia del Niño“, also Tag des Kindes. Deswegen haben am Abend alle Häuser ihre Tische nach draußen auf den Sportplatz gestellt und wir haben zusammen gegessen, gelacht und gefeiert. Wie bei jedem bolivianischen Fest wurde natürlich auch viel getanzt und da ja Tag des Kindes war haben einige Tias, Sarah und Ich einen Tanz für die Kinder einstudiert gehabt und ihn am Abend vorgeführt. Angefangen mit dem Proben haben wir drei Stunden vorher.. :)
Der Höhepunkt war eindeutig als mir mitten beim Tanzen meine Schuhe von den Füßen gerutscht sind und durch die Gegend geschleudert wurden – ansonsten war es gar nicht so schlecht :D

Tanzwettbewerb

Danach ist hier wieder der Alltag eingekehrt – jedoch mit einigen Veränderungen für uns!
Sarah und ich haben uns nämlich vorgenommen mit den Kindern Mathe zu machen und haben deswegen mit den Sozialarbeitern und Tias geredet und einen Plan aufgestellt. Mit dem Resultat dass unsere Vormittage und Nachmittage jetzt mit Mathe ausgefüllt sind, da leider alle der Meinung waren, dass eigentlich fast alle Kinder Mathenachhilfe bräuchten :D
Zusätzlich dazu veranstalten wir zweimal die Woche einen Englischkurs für die Großen und jetzt neu auch für die Kleineren, da diese immer wieder gefragt hatten, ob sie nicht auch kommen können. Vor allem mit den Kleinen (8-11Jahre) ist das wirklich anstrengend, da sie alles machen, nur nicht auf uns hören :D
Dazu kommt am Vormittag noch unsere Kindergruppe, die wir zweimal die Woche mit den Kleinsten veranstalten - langweilig ist uns jetzt also nicht mehr :DD


Chichisco - Süßigkeitenwerfen auf dem Sportplatz :D



Die Tias sind genauso eifrig dabei wie die Kids :)

mit Yoselin, Aracely, Rosa und Yovana

auf zum ZIRKUUS!

Eingeladen zum 15. Geburtstag von Catalina (wird in Bolivien groß gefeiert, wie bei uns in DE der 18.)

Ich, Jens, Catalina und Clarissa (Jens und Clarissa sind zwei ehemalige Freiwillige die zu Besuch hier waren)

das obligatorische in die Torte tauchen :P

Carlos als Clown

Laura wird ein Schmetterling

Eduardo und Laura

Laura und Diana - bereit zum tanzen ;)
Straßenmalkreiden :D

Barfusspfad mit der Kindergruppe

hat nicht so ganz funktioniert :P

Schokoostereier essen

Wie putze ich meine Zähne richtig?







Die Zeit verfliegt so, mittlerweile sind es nur noch 3 Monate und ein paar Tage, dann müssen wir schon wieder heimfliegen! Dabei haben wir noch so viel vor, wollen noch verschiedene Orte besuchen und so viele Projekte und Ideen verwirklichen! Jetzt, wo wir das Gefühl haben wirklich in der Aldea angekommen zu sein heißt es fast schon wieder Abschied nehmen... Daran will ich jetzt noch gar nicht denken!!

Aracely ;)

Aracely und Rosa

Rosa und Yovana