Mittwoch, 19. November 2014

Cochabamba

Anfang November haben Sarah und Ich zum ersten Mal das bolivianische Tiefland verlassen und uns auf ins Hochland gemacht. Wir wollten übers Wochenende nach Cochabamba fahren und die anderen Freiwilligen unserer Organisation dort besuchen. Wir hatten das große Glück uns ausgerechnet ein Wochenende ausgesucht zu haben an dem der Montag frei war und unser Direktor hat uns ganz spontan auch noch den Freitag frei gegeben, sodass sich unsere kleine Reise auch wirklich gelohnt hat!

Von San Jose aus nach Cochabamba zu kommen ist nämlich gar nicht so einfach. Wir sind Freitag in der Früh um halb 1 Uhr mit dem Bus von San Jose aus losgefahren und um ca halb 6 Uhr in Santa Cruz angekommen. Nachdem wir dort Empanadas und frisch gepressten Orangensaft gefrühstückt hatten ging es um halb 8 Uhr (war geplant gewesen, tatsächliche Abfahrtszeit war halb 9 J) weiter mit einem anderen Bus nach Cochabamba. 12 Stunden lang ging es per Bus von ca 0 auf 2000 km hoch, die Sitze im Bus waren jedoch wahnsinnig bequem, von daher konnten wir die Fahrt wirklich genießen! Im Gegensatz zu Sarah kann ich leider auf Busfahrten nie so gut schlafen, ich habe dafür jedoch mit Musik im Ohr die wunderschöne Umgebung bestaunt und die langsame Veränderung der Vegetation beobachtet. Von der flachen, weiten und offen grünen Landschaft voller Palmen ging es hoch in die Berge. Ich kam mir zeitweise vor wie im Urwald, um mich herum nur meterhohes grünes Dickicht, grün soweit das Auge reicht. Irgendwann ist das grün dann langsam kahlen, weniger bewachsenen Hügeln gewichen. Ich finde diese Landschaft rund um Cochabamba (es liegt zwischen den Bergen wie in einem Kessel) einfach nur wunderschön, die Natur schaut so unberührt und wild und offen aus.

Ich glaube wir haben den ganzen Bus mit unserer Eurphorie über die genialen Sitze unterhalten :D

wunderschöne Landschaften sind am Bus vorbei gezogen

Oberhalb von Cochabamba - Meine Definition von Freiheit ;)

In Cochabamba wurden wir dann von Becci und Leander, zwei Freiwilligen unserer Organisation, willkommen geheißen und wir sind mitsamt Gepäck durch die Stadt gelaufen und haben Pollo (Hühnchen) gegessen. Michelle, eine weitere Freiwillige unserer Organisation, ist dann auch noch irgendwann dazu gestoßen und es war so schön sie alle mal wieder zu sehen, mit ihnen quatschen und lachen zu können und sich gegenseitig über alles was bisher passiert ist auszutauschen!

Das ganze Wochenende war einfach nur wunderschön!! Wir sind über die Cancha gebummelt (eine Art Einkaufsmeile voller Straßenstände die wirklich riesig ist und in der man ALLES finden kann), haben die wunderschönen traditionellen Stoffe, Klamotten, Taschen… bewundert, haben typisches Gebäck schnabuliert und das Treiben und Durcheinander einer größeren Stadt genossen.

Auf der Cancha (Becci und Sarah)

Wir haben die zwei typischen Gerichte Cochabambas gegessen: Silpancho (ein rießiges, dünnes Schnitzel das Reis, Pommes und Salat bedeckt und obendrauf von zwei Spiegeleiern dekoriert wird) und Pique Machu (ein Berg von Pommes, Fleischstückchen, Wurststüchchen, Eiern, Paprika, Tomaten..). Ich kann die Aussage, dass Cochabamba das beste Essen Boliviens hat, nur bestätigen! 

Pique Machu essen!! 

Natürlich haben wir auch den Christo (er ist sogar höher als der in Rio!) besucht, da wir nicht so viel Zeit hatten und auch wegen Schlafmangel ziemlich müde waren haben wir es uns gegönnt und sind mit der Gondel hochgefahren. Runter sind wir allerdings gelaufen, gefühlte Millionen Stufen abwärts und das in kürzester Zeit da Becci danach noch ein Fußballspiel hatte. Meine Beine haben Stunden später noch gezittert, zu der Anstrengung kam ja auch noch die ungewohnte Höhe hinzu.
Die Aussicht vom Christo aus war wirklich atemberaubend!! Zu unseren Füßen lag die Stadt, rings um erhoben sich die Berge und über uns ragte der Christo in die Höhe, komplett unbeeindruckt von all dem Geschehen unter ihm. Man kam sich so unbedeutend und klein im Gegensatz zu ihm vor!

Becci :))

einfach nur eine grandiose Aussicht

Christo

Über der Stadt..


Ansonsten haben wir es wirklich genossen, mal für ein Wochenende wieder in einer Stadt zu sein, feiern und tanzen gehen zu können, mit Becci und den andern Freiwilligen zu quatschen und nicht durchgehend das Gefühl zu haben vor Hitze zu zerfließen ;)
Montag früh gings dann mit dem Bus leider auch schon wieder zurück ins saunaartige San Jose, wo wir dann um Mitternacht angekommen sind.

Sarah und Ich...:D

1 Kommentar:

  1. Liebe Hanna, danke für den neuen Bericht. Fahren wir auch mal nach Cochabamba???
    Zum Bild "wunderschöne Landschaften sind am Bus vorbei gezogen": Ist das die Straße, auf die der Bus gefahren ist? Wenn ja, gut, dass die Sitze bequem waren - schaut ja ziemlich holprig aus.

    Gar nichts gekauft auf der Cancha?

    Liebe Grüße aus Kareth

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