Ich kann gar nicht glauben, dass schon wieder so viel
Zeit seit meinem letzten Blogeintrag vergangen ist, aber es ist so viel
passiert, dass ich ganz die Zeit vergessen habe…
Neben dem ganz alltäglichen wunderbaren Aldeawahnsinn war
ich in den letzten Wochen vor allem auch viel mit Bewerbungen fürs Studium
beschäftigt. Ich habe mich nach vielem Hin und Her dafür entschieden mich für
Psychologie zu bewerben. Ich habe in diesem Jahr im Umgang mit den Kindern
gemerkt wie sehr mich diese Fachrichtung interessiert, zu erfahren was uns
Menschen prägt und uns dazu führt die Dinge zu tun, die wir tun, inwieweit wir
von anderen Umständen beeinflusst werden…


Vor zwei Wochen hat eine Veränderung stattgefunden, die das
ganze Kinderdorfleben ein wenig durcheinander gebracht hat. Von einem Tag auf
den anderen wurde unserem alten Direktor gekündigt und wir haben seit dem eine
neue Direktorin. Ich vermisse den alten „Dire“ ziemlich, da er im Laufe unseres
Jahres hier eine Bezugs- und Vertrauensperson für mich geworden ist und ich
mich immer gut mit ihm verstanden habe. Die neue Direktorin hat eine ganz
andere Persönlichkeit und Vorgehensweise an Dinge als wir es von früher gewohnt
sind, deswegen fällt es nicht leicht diesen Wechsel zu akzeptieren. Wir können
nur hoffen, dass der Wechsel keine allzu großen Auswirkungen auf das Leben der
Kinder innerhalb der Aldea haben wird und sich diese wunderbare Aldea nicht zu
sehr ändern wird!
Ansonsten geht alles seinen gewohnten Alltag. Am 27 Mai haben wir den "Dia de la Madre" (Muttertag) gefeiert, in der Nacht gab es ein Fest mit allen Mitarbeitern der Aldea, bei dem gegessen, getanzt und getrunken wurde, bis in die frühen Morgenstunden. Davor hatten Sarah und ich einige Aktionen für die Hausmütter organisiert gehabt und haben mit ein paar Kids zwei in harter Arbeit einstudierte Tänze aufgeführt.
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| Don Mario, Tia Roswita, Sarah, Tia Enriqueta, Ich, meine Tia, Dire (von links nach rechts) |
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| Essen mit allen Mitarbeitern |
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| Die "Jury" beim Laufsteg der Tias |
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| Unsere Laufstegmodel :) |
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| Apfeltauchen |
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| Eierlaufen |
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| Beim Tanzen für ihre Tias |
Am Dienstag Abend ist die gesamte Aldea San Jose nach Santa Cruz gefahren um dort der Ankunft des Papstes beizuwohnen. Auch wenn wir viele Stunden mit warten verbracht haben waren es aufregende und witzige Tage und wir haben den Papst sogar aus 10 Meter Entfernung sehen können. Für die Kinder war es vor allem schön mal etwas anderes zu sehen und Zeit mit den Kindern aus der Aldea in Santa Cruz verbringen zu können. Auch konnten sie ihre ehemaligen Hausgeschwister, die jetzt in den Residenzien in Santa Cruz leben, wiedersehen.
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| Papa Franciso |
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| Warten auf den Beginn der Papstmesse |
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| Maria Nela ;) |
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| Carolina <3 |
Ende Juni ist meine ältere Schwester, Lea, die zurzeit in
Brasilien ein Auslandspraktikum macht, für zwei Wochen zu Besuch gekommen. Ich
hatte sie seit 10 Monaten nicht mehr gesehen gehabt, die Wiedersehensfreude war
dementsprechend riesengroß J Die
nächsten zwei Wochen waren wunderschön, wir haben es einfach so genossen wieder
miteinander quatschen zu können, sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu
bringen und die Zeit zusammen zu genießen. Ca. eine Woche haben wir hier bei
mir in der Aldea verbracht und Aktionen mit den Kids gemacht. Da es diesmal nur
eine weiße Person und nicht 4 waren, wie damals als mich meine Familie besuchen
gekommen ist, hatte Lea glaube ich noch besser die Gelegenheit alles
kennenzulernen und vorübergehen ein „Teil“ der großen Kinderdorffamilie zu
sein. Dabei war natürlich nicht von Nachteil dass wir uns (zumindest laut der
Kids) unglaublich ähnlich sehen, manche waren sogar fest und steif davon
überzeugt wir wären Zwillinge J
Frans, der kleinste aus meinem Casa, hat Lea einfach „Hanna“ genannt – hatte er
für zwei Wochen halt einfach mal zwei Hannas – sehr praktisch ;)
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| Schokofondue <3 |
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| Fabian |
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| Natalia |
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| Abigail und Junio |
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| Sarah und Lea auf dem Weg zum Johannisfeuer (San Juan) |
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| Johannisfeuer!! |
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| mit Lea (und Maria Esther und Valentina) |
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| Laufsteg ;) |
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| Wer gewinnt..? :) |
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| Junio |
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| Herlan |
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| mit Abigail, Aracely und Griselda |
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| Maria Esther <3 |
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| Carlos Geburtstagsfeier |
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| Que la muerda!! (Lasst ihn in die Torte beißen) |
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| Frans (mit gebrochenem Arm) |
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| Ausflug mit meiner Schwester und meinem Casa zum Turubo - "und wehe ihr hört nicht auf mich..";) |
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| genialer Blick! |
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| Lea <3 |
Eine Woche haben wir mit reisen verbracht, zusammen mit
Sarah, Anne und Julia (die zwei Freiwilligen aus der Aldea in Santa Cruz) und
Becci (eine Freiwillige aus Cochabamba). Es war eine unglaubliche Woche in der
ich so viele einzigartige Sachen erlebt und gesehen habe!!
Zuerst ging es in ca. 22 Stunden Bus- und Autofahrt nach Rurrenabaque. Rurrenabaque liegt im
Norden Boliviens im Departamento Beni. Hier erstreckt sich der Madidi
Nationalpark, der als einer der artenreichsten Nationalparks der Welt gilt. Die
Kleinstadt ist vor allem deshalb so bekannt, da man von dort aus gut Touren ins
Amazonasgebiet unternehmen kann. Auch wir haben eine Tour in die Pampas unternommen.
3 Tage lang haben wir die verzweigten Flussärmchen des Yacuma in einem Kanu zusammen
mit unserem Guide Jose erkundigt, haben verschiedenste Vögel, Papageien, Tukane,
Wasserschweine und Affen gesehen, hatten einen ca. 2 Meter langen Alligator als
Haustier und haben eine „Baby-“ Anakonda (2 Meter lang) in der Hand gehalten –
all das in einer atemberaubend schönen Landschaft. Einer meiner Höhepunkte war
sicherlich als wir in dem braunen Flusswasser schwimmen gegangen sind, unter
uns die Piranhas und wir darüber, nur 'beschützt' von den dort heimischen rosa Flussdelfinen. Einer von ihnen ist nur ca. einen Meter entfernt an
uns vorbei geschwommen und später hat mich ein anderer von unten am Fuß angestupst...
J


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| geteerte Straßen sind hier eher Seltenheit |
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| Papageien |
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| Rurrenabaque |
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| los gehts! |
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| angekommen im Paradies..:) |
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| Unser Stelzenquartier für 2 Nächte - mitten im Nichts |
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| Anne, Sarah, Becci und Ich |
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| Sonnenuntergang.. |
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| unser Mitbewohner der unter den Stelzenhäusern hin und her geschwommen ist |
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| Auf der Suche nach Anakondas :D |
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| lieber weit von mir weg halten :P |
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| Piranhas fischen - die Zähne sind echt rasiermesserscharf! |
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| Schwimmen mit den.. |
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| ..Delfinen! |
Anschließend sind wir nach La Paz weiter gefahren, am
Abgrund entlang, mit einem Bus, bei dessen Anblick wir uns gefragt haben ob wir
jemals dort ankommen würden... Noch einmal würde ich diese Strecke nicht fahren
wollen, aber es war ein Abenteuer!
In La Paz angekommen genossen wir die nächsten zwei Tage
in der Stadt, schlenderten durch die Straßen und trafen auf dem Weg zum riesigen
Markt in El Alto sogar auf das zdf-Fernsehteam!
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| Man beachte: der untere Teil vom Vorderbaus des Busses wurde abgenommen, damit er bei der Fahrt nicht kaputt geht |
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| Markt auf El Alto |
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| was für eine Aussicht über eine grandiose Stadt |
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| Schwestern..<3 |
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| der Illimani im Hintergrund |
So langsam rückt der Abschied immer näher, in nicht mal
einem Monat werde ich schon wieder zu Hause in Deutschland sein! Dabei werde
ich jedoch auch mein anderes, zweites „Zu Hause“ hinter mir lassen müssen und
das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Ich habe in diesem einen Jahr die
Aldea mit all ihren Eigenschaften und Macken so tief in mein Herz geschlossen
und so enge Bindungen zu den Menschen hier aufgebaut, wie ich es davor nicht
für möglich gehalten hätte. Klar, ich freue ich mich unglaublich wieder auf
Deutschland, doch trotzdem wird es mir so schwer fallen das alles hier zu verlassen. Ich werde auf
jeden Fall meinen letzten Monat noch so gut wie es geht genießen!!
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| Kindergruppe |
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| Dayana |
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| Frans |
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| Tia Enriqueta - man vergisst oft wie jung viele von den Tias eigentlich noch sind! |
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| Herlan |
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| neues Gemüse ist gekommen und wird nun auf die einzelnen Häuser aufgeteilt |
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| Tia Roswita beim Brotbacken |
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| mit meiner Tia und Tia Enriqueta beim Fest zu Ehren des Tages der Arbeit |
Liebe Hanna,
AntwortenLöschenDein Abschlussbericht hat mir gezeigt, dass du eine sehr große Gabe hast zu Beobachten, zu Reflektieren und zu Formulieren. Und das mit einer enormen Achtsamkeit gegenüber den Menschen, über die du schreibst und Dir Gedanken machst. Ich bin sehr beeindruckt! Und immer wieder neu stolz auf so eine tolle Nichte. Auf ein baldiges Wiedersehen. Christina